Hintergrund Villa Fuchs Heilbronn

09.11.2022 UPDATE: 07.11.2022 06:00 Uhr 1 Minute, 2 Sekunden

> Die Villa Fuchs wurde 1913 im damals modernen Landhausstil von Adolf Braunwald erbaut und mit wertvoller Ausstattung eingerichtet. In späteren Glanzzeiten, ab den 60er-Jahren, war sie ein Ort der Kultur, dank Rudolf Fuchs. Ein elitärer Kreis war hier über Jahrzehnte vor allem zu Privattheater-Aufführungen eingeladen; auch Schauspielerin Maria Schell kam öfter. In der eichenholzgetäfelten Halle stand ein Flügel. Die Begrüßung war herzlich, der Wein sauer, das Ritual stets das gleiche: Es ging los, wenn Fuchs sagte: "Das Spiel kann beginnen!"

Später, 2017, wurde hier "Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm" mit den Schauspielerstars Lars Eidinger und Tobias Moretti gedreht. Kreisdiakonie-Vorstand Bretz sagte damals, die "Location" sei ideal, und das Interieur gebe es her, "verschiedene Berliner Brecht-Wohnungen einzurichten", auch weil alles zeitgemäß sei, angefangen bei den Kacheln, Bad- und Küchenausstattung, bis hin zu den Dienstbotenzimmern unterm Dach.

Der in der Villa gedrehte SWR-Sechsteiler "Der letzte Wille" wurde 2020 gesendet. Die Handlung ist von unübersehbarer Symbolik: Die Erben einer als Altersheim genutzten Villa wollen die Bewohner rausekeln, um das Gebäude teuer zu verkaufen, doch die "Alten" wehren sich. Regisseurin Ulrike Grote hatte in einem Interview erzählt: "Die Villa ist natürlich auch eine Hauptfigur. Das Haus ist ja genau, wie ich es im Drehbuch beschrieben habe; als ob es nur auf uns gewartet hätte. Jedes Zimmer wurde tapeziert, gestrichen, für jede Rolle und Schauspieler passend eingerichtet. So liebevoll und genau, wie in einem englischen Kinofilm." In einer Szene stehen drei Bewohner vor einer zugeschaufelten Stelle im Boden, und eine Frau fragt: "War es Mord?" Der Trailer ist noch im Internet abrufbar. Wie gut es damals noch um Villa und Park stand, ist darin für jedermann einsehbar. (bfk)