Plus

Hintergrund ALS

11.04.2023 UPDATE: 10.04.2023 06:00 Uhr 53 Sekunden
> Amyotrophe Lateralsklerose (kurz ALS) ist eine schwere, unheilbare Erkrankung des motorischen Nervensystems, das für Muskelkontrolle und Bewegung verantwortlich ist. Die Lebenserwartung ist bei den meisten Patienten mit ALS im Schnitt auf drei bis vier Jahre verkürzt, in seltenen Ausnahmefällen leben Patienten zehn oder mehr Jahre mit der Krankheit. Durch ALS werden die motorischen Nervenzellen, auch Motoneuronen genannt, irreversibel geschädigt und es kommt zu Muskelschwäche, Muskelschwund und Lähmungen. Betroffen sein können unter anderem die Muskulatur an Armen, Händen und Beinen, was zu einer zunehmend eingeschränkten Beweglichkeit führt, sowie die Kau-, Schluck- und Sprechmuskulatur, was zu Problemen bei der Nahrungsaufnahme und zum Verlust der Sprachfähigkeit führt. Ist die Atemmuskulatur betroffen, kommt es darüber hinaus zu Lungenproblemen, die in vielen Fällen zum Tod der Patienten führen. Die Ursachen der Erkrankung sind nicht bekannt, in einigen wenigen Fällen gibt es einen erblich bedingten Ursprung. Daher existiert keine ursächliche Behandlung, nur eine Behandlung der Symptome durch Ergotherapie, Physiotherapie oder logopädische Behandlung. Laut der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke erkranken jährlich ein bis zwei von 100.000 Menschen an ALS. Das Erkrankungsalter liegt meist zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr, jüngere Fälle sind seltener. Bekannte ALS-Patienten sind beispielsweise der britische Physiker Stephen Hawking oder der deutsche Künstler Jörg Immendorff. Durch die "Ice Bucket Challenge", eine Aktion der US-amerikanischen Non-Profit-Organisation ALS Association, wurde die Erkrankung 2014 ins Licht der Weltöffentlichkeit gerückt. fwn