Die RNZ-EM-Kolumne

Warum die Pfiffe gegen Spaniens Cucurella nicht zu dieser EM passen

Es war "unangebracht und peinlich". Bekommt der Gastgeber beim Finale noch die Kurve?

10.07.2024 UPDATE: 10.07.2024 18:00 Uhr 1 Minute, 6 Sekunden
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Achim Wittich
Sportredakteur

Von Achim Wittich

Julian Nagelsmann hatte sich nach dem unglücklichen EM-Aus gegen die Spanier als fairer Verlierer gezeigt und die umstrittene Szene in der 106. Minute, die zu keinem Elfmeter für die DFB-Elf führte, sachlich bewertet.

Weitaus weniger dem Fair-Play-Gedanken verbunden fühlten sich am Dienstagabend beim Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich diejenigen deutschen Fans, die Marc Cucurella bei jeder Ballberührung auspfiffen. Der Mann mit der imposanten Frisur hatte vier Tage zuvor in Stuttgart den Schuss von Jamal Musiala mit dem Arm geblockt.

Das Pfeifkonzert gegen Cucurella war unangebracht und peinlich. "Mir ist das egal", gab sich der Spanier ziemlich gelassen, "das Wichtigste ist, dass wir im Finale stehen." "Eine Schande", fand dagegen sein Teamkollege Daniel Vivian.

Gewiss, ein Fußballstadion ist kein Literaturkabinett. Ein paar raue Töne gehören dazu und ZDF-Kommentator Oliver Schmidt kommentierte das Verhalten so: "Kann man machen – muss man aber nicht."

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Doch gerade weil wir es bis kurz vor Ende des Turniers geschafft haben, ein so guter Gastgeber zu sein, der die Menschen mit offenen Armen empfängt und auf einer fröhlichen EM-Reise begleitet, passt diese Pfeifer-Fraktion in Pink und Lila nicht zum wunderbaren Fußball-Fest. Pssst!

Möglicherweise bekommen die schlechten Verlierer aber doch noch die Kurve. Am späten Sonntagabend will der Deutschland-Bezwinger im Berliner Olympiastadion den EM-Pokal in den Händen halten. Es wäre schön, wenn in den 90 oder vielleicht 120 Spielminuten die deutschen Zuschauer in der altehrwürdigen Arena die Finger nicht in den Mund stecken würden, um ihren neuen spanischen "Lieblingsfeind" auszupfeifen.

Gelingt das, hätte der EM-Ausrichter am Ende doch noch einen Sieg davon getragen. Und der spannende Fußballabend von München mit einem Sieger, den die allermeisten wegen seiner schönen Spielart wollten, würde in den Hintergrund rücken.

"Berlin, Berlin, wir alle feiern in Berlin."

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