Verabschiedung nach Maß

Halb Schriesheim sagte Alt-Bürgermeister Hansjörg Höfer Adieu

Beim Abschied Höfers hatten am Samstag "Promis" und alle Generationen der Stadt ihren Auftritt.

26.06.2022 UPDATE: 27.06.2022 06:00 Uhr 4 Minuten, 45 Sekunden
Abschied auf großer Bühne: Hansjörg Höfer und seine Frau Birgit Ibach-Höfer, deren Rolle immer wieder gewürdigt wurde. Foto: Peter Dorn

Von Micha Hörnle

Schriesheim. Es war eine Verabschiedung, wie sie sich Alt-Bürgermeister Hansjörg Höfer wohl gewünscht hat: lockere Atmosphäre, meist kurze Reden, Beiträge von allen Generationen der Stadt – und schließlich ein Volksfest vor der Halle.

Und nicht zuletzt war auch sein Vorgänger und Ehrenbürger Peter Riehl erschienen, dazu fast die gesamte Schriesheimer "Prominenz" aus der Kommunal- und Landespolitik, den Vereinen und nicht zuletzt den Kommunen, mit denen Schriesheim besonders verbunden ist: Aus Altensteig kam Bürgermeister Gerhard Feeß, denn auch wenn die Schriesheimer 2011 beim SWR-Regionenspiel gegen die Nordschwarzwälder verloren hatten, hält seitdem die Freundschaft; und aus Ellwangen war Bürgermeister Volker Grab dabei, schließlich verdankt Schriesheim seine erste urkundliche Erwähnung 764 dem dortigen Kloster.

Stefan Hildebrandt, der Erste Landesbeamte und Vize von Landrat Stefan Dallinger (der an diesem Abend verhindert war), eröffnete den Reigen von neun Reden. Er nahm dabei allen nachfolgenden Beiträgen die Themen weg, indem er eine besonders ausführliche Bilanz der 16 Jahre Höfer zog. Es sei alles in allem "eine gelungene Amtszeit" gewesen, in der "unglaublich viel bewegt worden" sei. Angefangen von der Neubebauung des OEG-Geländes bis zum jüngsten Großprojekt, der Gymnasiumsanierung.

Auch die neue Erinnerungskultur sprach er an, wie auch den Ausbau der Kinderbetreuung – und auch die Rebflurneuordnung am Kuhberg als gemeinsames Projekt mit dem Kreis. Insofern habe sein Nachfolger Christoph Oeldorf "ein gut bestelltes Haus" vorgefunden (was Oeldorf später auch bestätigte). Nun könne Höfer, "mit sich im Reinen", guten Gewissens einen neuen Lebensabschnitt beginnen.

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Nach dieser umfassenden, wenn auch etwas steifen Würdigung brachte der Heddesheimer Alt-Bürgermeister Michael Kessler etwas mehr Farbe in den Abend: Höfer sei bekanntlich "mit Leib und Seele Schriesheimer", auf dessen Weinempfehlungen sich die Bürgermeister im Sprengel "blind verlassen" konnten. Er sei dabei unter ihnen "der grünste, aber auch der allereinzigste Bürgermeister" gewesen: "Wir sagen Dir Danke für Deine Freundschaft, Verlässlichkeit und Fröhlichkeit."

Weinkönigin Ann-Kathrin Haas sah indes eine Art Merkel-Faktor bei Höfer: "Wir haben mehr als die Hälfte unseres ...

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