Gewitter und Unwetter

Was bei Blitz und Donner wirklich hilft

Wetterdienste warnen vor Gewittern, die Feuerwehr Weinheim gibt Sicherheitstipps. Weder Eiche noch Buche bieten Schutz.

20.05.2022 UPDATE: 20.05.2022 22:30 Uhr 1 Minute, 26 Sekunden
Eine Gewitterfront nähert sich einem Feld zwischen Weinheim und Sulzbach. Die Feuerwehr Weinheim ist so breit aufgestellt, dass sie auch schweren Unwettern begegnen kann. Allerdings muss sie bei vielen eingehenden Schadensmeldungen zeitliche Prioritäten setzen. Foto: FFW

Weinheim. (RNZ) Nach den ersten warmen Tagen des Jahres kommen starke Gewitter. Dies nimmt die Feuerwehr Weinheim zum Anlass, den einen oder anderen Sicherheitstipp weiterzugeben. Binsen wie "Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen" könne man getrost vergessen, schreibt Feuerwehrsprecher Ralf Mittelbach in einer Mitteilung. Jeder alleinstehende Baum birgt Gefahren, da Blitze in der Regel vom höchsten Punkt in der Umgebung angezogen werden.

Elektrische Spannungen von bis zu mehreren Hundert Millionen Volt können Verletzungen und in einigen Fällen sogar den Tod verursachen. Gebäuden und elektrischen Geräten drohen Brände oder Explosionen. Aber: Die Gefahr, vom Blitz getroffen zu werden, ist vergleichsweise gering. Statistisch gesehen sterben in Deutschland jährlich fünf bis zehn Menschen durch Blitzeinwirkung.

Um das Risiko in Gänze auszuschließen, kann man jedoch Vorsichtsmaßnahmen treffen. Ist mit einem Gewitter zu rechnen, sollte man reingehen: Gebäude mit Blitzschutz und Fahrzeuge mit Metallkarosserie bieten Schutz. Ist kein Unterschlupf in der Nähe, rät die Feuerwehr dazu, den tiefsten Punkt in der Umgebung aufzusuchen. Dort sollte man sich hinsetzen, mit zusammengezogenen Füßen. Das heißt: nicht auf den Boden legen, sondern in die Hocke gehen, die Füße dicht nebeneinanderstellen und die Knie mit beiden Armen umfassen. Denn die Gefahr geht nicht nur vom direkten Blitzeinschlag aus, sondern auch vom "Blitzstrom", der sich etwa 20 Meter rund um den Einschlagspunkt ausbreitet. Je breitbeiniger dagegen der Mensch steht, desto höher ist die "Schrittspannung", die den Strom durch den Körper jagt. Zu Fahrrad oder Motorrad sollte man mindestens drei Meter Abstand halten, ebenso zu Bäumen oder Masten. Menschen oder Tiere sollten nicht berührt, Telefonate verschoben werden.

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Drinnen ist es von Vorteil, die Stecker von Geräten zu ziehen, die an ein Leitungsnetz im Haus angeschlossen sind. Der Kontakt mit metallischen Leitungen, die von außen ins Haus führen, ist zu meiden. Auch Wasserleitungen, die nicht richtig am Potenzialausgleich angeschlossen sind, sorgen für Gefahr. Also: Duschen und Baden vermeiden. Apropos Wasser: Wer gerade schwimmt, sollte sofort an Land gehen. Autofahrern droht keine unmittelbare Gefahr. Die Feuerwehr empfiehlt jedoch, anzuhalten oder langsamer zu tun. Blitze können blenden. Sollte jemand vom Blitz getroffen werden, ist Erste Hilfe ein Muss: Neben Verbrennungen kann es auch zum Atemstillstand kommen. Für Ersthelfer besteht keine Gefahr, der Strom entweicht in Sekunden aus dem Körper.

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