Rhein und Neckar

Ingenieure wollen bei Schleusen-Sanierung neue Wege gehen

Um den Schiffsverkehr während der Sanierungsarbeiten nicht zu unterbrechen, soll ein neues Verfahren zum Einsatz kommen.

23.06.2022 UPDATE: 23.06.2022 09:09 Uhr 40 Sekunden
Ob Sanierung oder Ausbau: Während der Arbeiten an den Schleusen, wie jener in Heidelberg, wird nur je eine Schleusenkammer zur Verfügung stehen. Eine Verlängerung für 135-Meter-Schiffe würde, Stand 2019, am Neckar rund 2,5 Milliarden Euro kosten. Foto: bec

Karlsruhe. (dpa) Um für die Sanierung von Schleusen die Schifffahrt nicht gänzlich zu stoppen, will die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) ein neues Verfahren testen. Tagsüber sollen die Schiffe wie gewohnt die Anlagen passieren können, nachts wird dann daran gearbeitet, wie BAW-Leiter Christoph Heinzelmann der Deutschen Presse-Agentur in Karlsruhe erklärte. "Instandsetzung unter Betrieb" nennt er das.

Viele Schleusen hätten nur eine Kammer, machte er ein Problem deutlich. Getestet werde das Vorgehen daher am Neckar, wo manche Schleusen zwei Kammern hätten. So könne eine in dem neuen Verfahren instandgesetzt werden, während durch die andere wie gewohnt Schiffe fahren.

Rund 170 Schleusenanlagen liegen im Kernnetz der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, also an stark genutzten Wasserstraßen. Im Jahr 2035 werden rund 120 davon den Angaben nach älter als 80 Jahre sein – das entspricht 70 Prozent der Schleusen. Der Sanierungsbedarf ist groß.

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"So wie der Arzt bei alten Menschen hilft, muss man sich als Ingenieur um alte Bauwerke kümmern", sagte BAW-Chef Heinzelmann. Die Herausforderung: "Schiffe werden immer größer, in alle drei Richtungen." Die Bauwerke müssten da eigentlich mitwachsen.

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