Ordnungsfan liebt Chaot

Wie räumt man besser zusammen auf?

Die Liebe kann noch so groß sein, in vielen Familien gibt es Zank ums Aufräumen.

16.01.2023 UPDATE: 16.01.2023 11:26 Uhr 3 Minuten, 6 Sekunden
Warum hast du die Spülmaschine schon wieder nicht ausgeräumt? Unterschiedliche Auffassungen zur Hausarbeit bergen Konfliktpotenzial. Foto: Christin Klose/dpa

Berlin/München. (dpa) Herumliegende Socken, stehen gelassenes Geschirr, Krempel auf der Ablage: Ordentliche Menschen belastet ein chaotischer Haushalt sehr. Wie bewegt man den Partner, die Mitbewohnerin oder Kinder zu mehr Ordnung? Und wie sieht ein Kompromiss aus?

Die Antworten haben zwei Frauen, die Aufräumen zum Beruf gemacht haben. Diese Schritte empfehlen sie auf dem Weg zu mehr Ordnung:

1. Über Ordnung sprechen: Was ist wem wichtig?

Die ganze Familie, das Paar oder die Wohngemeinschaft kommt an einem Tisch zusammen. "Alle besprechen gemeinsam, was für sie Ordnung bedeutet, wie sie es gerne hätten und was sie bereit sind, dafür zu tun", rät Rita Schilke. Sie ist Aufräumcoach aus Berlin. Im Fokus stehen gemeinsam genutzte Räume wie Flur, Küche, Bad und Wohnzimmer.

Auch Lotte Lehmann aus München empfiehlt, über Ordnung offen zu sprechen. "Wichtig ist eine positive Kommunikation über das Thema", so die Ordnungsberaterin. Denn oft würden Dinge erwartet, die nicht ausgesprochen werden. Das führe zu Frustration.

Als Leitlinie für das Gespräch verweist Coach Schilke auf die Grundsätze der Gewaltfreien Kommunikation nach dem Psychologen Marshall B. Rosenberg. Indem man beobachtet, ohne zu bewerten, Gefühle erspürt und Bedürfnisse erkennt und diese dann anspricht, können Sätze und folglich Bitten entstehen, die Mitbewohner nicht verletzen.

Etwa: "Ich beobachte, dass Du das Geschirr nach dem Essen nicht gleich in die Spülmaschine räumst." Oder: "Mir ist eine saubere Küche wichtig, wenn ich die nächste Mahlzeit zubereiten möchte. Kannst Du sie das nächste Mal aufräumen?"

Kinder und Eltern sind hier oft verschiedener Meinung: Ist das schon Chaos oder noch normale Unordnung, die zum Spielen dazu gehört? Foto: Mascha Brichta/dpa

2. Plan aufstellen: Was wird wann gemacht?

Nach dem Gespräch folgt der gemeinsame Plan. "Dieser enthält, was im Haushalt zu erledigen ist und wer welche Aufgaben übernimmt", so Schilke. Wenn alle Mitbewohner an den Entscheidungen beteiligt sind, werden Neuerungen und Verantwortungsbereiche leichter akzeptiert.

Dabei sollten die Vorlieben der Bewohner berücksichtigt werden. Zum Beispiel, "dass sich jemand lieber dem Wäscheberg annimmt als anderen Ordnungsaufgaben", sagt Lotte Lehmann.

3. Kompromisse finden: Wie wird man als Ordnungsfan relaxter?

Auch wenn im besten Fall danach alle Mitbewohner Ordnung als positiven Zustand wahrnehmen: "Perfektion ist nicht das Maß, das man erreichen kann", sagt Lehmann. ...

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