Gemüse des Jahres

Wenn Mais alles toppt und zum Popstar wird

Besonders gut schmeckt Mais, wenn man ihn kreativ kombiniert.

03.08.2022 UPDATE: 03.08.2022 11:02 Uhr 4 Minuten, 34 Sekunden
Den gefetteten und gesalzenen Mais sollte man beim Grillen zunächst nur indirekter Hitze aussetzen und erst zum Schluss noch einmal kurz direkt auf die Flamme geben. Foto: Christin Klose/dpa

Berlin (dpa) - Das Gemüse des Jahres ist streng genommen gar kein Gemüse, sondern ein Getreide - eben nur mit ganz großen Ähren. Die meist sonnengelben Körner vom Mais wurden aber trotz des botanischen Irrtums seit ihrer Ankunft vor rund 7000 Jahren in Europa wie Gemüse behandelt.

Mais kann zu vielen verschiedenen Speisen verarbeitet werden und hat unschlagbare innere Werte: Vitamine C und E, Carotinoide, Folsäure und Mineralstoffe. "Anders als Weizen ist Mais glutenfrei und damit auch für Menschen mit Glutenunverträglichkeit geeignet", sagt Anna-Lena Klapp, Fachreferentin für Ernährung und Gesundheit bei ProVeg. Mit rund 90 Kalorien pro 100 g liefert er vor allem Kohlenhydrate und ist sehr ballaststoffreich, was sich positiv auf die Verdauung auswirkt.

"Am besten verwendet man frische Maiskolben, bei denen oben Stroh heraushängt", sagt Sebastian Copien, veganer Profikoch und Buchautor. Sehen die Fäden frisch aus, ist davon auszugehen, dass auch die Körner frisch sind. "Ich selbst verwende nur frischen Mais und esse ihn ähnlich wie Spargel ausschließlich zwischen Juli und Oktober, wenn er Saison hat. Dann ist der Mais regional erhältlich - und er schmeckt frisch einfach am besten."

Es wird in Deutschland zwar meist nur gelber Zuckermais verzehrt, aber es gibt auch Kolben in Violett, Rot oder Blau. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Das Beste aus jedem Kolben herausholen

Als nächstes sollte man darauf achten, den Mais nicht zu lange der Hitze auszusetzen. "Den Mais schälen, Wasser aufkochen, einen Spritzer Öl dazugeben und die Kolben darin 10 bis 15 Minuten sieden lassen, nicht kochen", sagt der Profikoch Copien. Wer sich nicht sicher ist, ob der Mais gar ist, kann mit einem Zahnstocher in einzelne Körner piksen. "Man sollte problemlos durch die Haut kommen, aber einen leichten Widerstand spüren", so Copien.

Das Gleiche gilt übrigens beim Grillen. "Den frischen, mit gutem Fett und etwas Salz eingeriebenen Maiskolben sollte man eine Zeit lang nur indirekter Hitze aussetzen", sagt der Profikoch. "Man sollte ihn zum Schluss noch einmal nachpinseln und erst dann und nur kurz direkt auf die Flamme geben." Beim Backen im Ofen geht man ähnlich vor: Den Mais bei 170 Grad Umluft nur mit Salz und Fett 15 Minuten garen, nachwürzen und schließlich den Obergrill anschalten.

Der Popstar unter den Gemüsen

Auch Popcorn lässt sich (in einem geschlossenen Topf!) auf dem Herd zubereiten. Oder in zwei aneinander gebundenen Sieben über dem Feuer. "Popcorn ist ein glutenfreier, ...