Viele gegen einen

Wann eine Druckkündigung statthaft ist

Stellen sich Team oder Kunden gegen einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin, kann das eine sogenannte Druckkündigung rechtfertigen.

23.11.2022 UPDATE: 23.11.2022 10:52 Uhr 2 Minuten, 37 Sekunden
Eine sogenannte Druckkündigung ist nur in den seltensten Fällen zulässig und bleibt vor Gericht meist erfolglos. Foto: Christin Klose/dpa

Berlin/Frankfurt (dpa) - Konflikte am Arbeitsplatz kommen immer wieder vor. Mitunter eskalieren die Streitigkeiten. Das kann sogar so weit gehen, dass ein Team oder Kunden sich gegen einen Beschäftigten stellen und sinngemäß gegenüber der Unternehmensleitung sagen: Entweder besagte Person geht, oder alternativ kündigen wir.

Womit gemeint ist: Der Arbeitgeber soll das Arbeitsverhältnis mit einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin auflösen, weil Dritte dies einfordern und davon ihre weitere Mitarbeit oder die weitere Geschäftsbeziehung abhängig machen. Die Rede ist von einer sogenannten Druckkündigung.

Aber funktioniert das Druckmittel Druckkündigung überhaupt? "Nur in den seltensten Fällen ist sie zulässig und kommt vor Gericht durch", sagt der Berliner Arbeitsrechtler Peter Meyer. Generell ist zwischen einer unechten und einer echten Druckkündigung zu unterscheiden.

Das ist eine unechte Druckkündigung

Bei einer unechten Druckkündigung gibt es einen objektiven Kündigungsgrund. Dieser geht entweder auf das Verhalten des oder der betroffenen Beschäftigten zurück oder auf die Person selbst. Dritte weisen nun den Arbeitgeber auf den Kündigungsgrund hin und drängen ihn dazu, die Person zu entlassen.

Die Entscheidung, ob nun eine Kündigung ausgesprochen wird, liegt im Ermessen des Arbeitgebers. Eine verhaltensbedingte Kündigung ist gerechtfertigt, wenn der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin schuldhaft gegen arbeitsvertragliche Pflichten verstoßen hat. "Nur in schwerwiegenden Fällen könnte der Arbeitgeber eine fristlose Kündigung aussprechen, bei leichteren Verstößen müsste er den Beschäftigten erst abmahnen", erklärt Meyer.

Bei einer personenbedingten Kündigung wird der Kündigungsgrund in mangelnder Kompetenz gesehen. Sie wird ausgesprochen, wenn der oder die Beschäftigte nicht fähig oder nicht geeignet ist, künftig der zugewiesenen Tätigkeit adäquat nachzugehen.

Das ist eine echte Druckkündigung

Hier liegt kein objektiver Kündigungsgrund vor. Eine echte Druckkündigung kommt einer betriebsbedingten Kündigung gleich. Dabei üben Dritte derart Druck auf den Arbeitgeber aus, dass ihm keine andere Wahl bleibt, als besagten Mitarbeiter zu entlassen, weil dem Unternehmen ansonsten massive wirtschaftliche Schäden drohen. Beispielsweise, weil ein Großkunde die Geschäftsbeziehung beenden will oder es zu Massenkündigungen innerhalb der ...