SAP-Frauentoiletten

Konzern will Tampons auf den Toiletten anbieten

Bei dem Thema Arbeitszeiterfassung äußert sich SAP-Personalchef Cawa Younosi kritisch.

23.09.2022 UPDATE: 23.09.2022 18:14 Uhr 2 Minuten, 8 Sekunden
Kostenlose Tampons und Binden auf den Toiletten. Foto: dpa

Von Matthias Kros

Walldorf. Als einer der ersten Konzerne in Deutschland will die Walldorfer SAP alle Frauentoiletten im Unternehmen mit kostenlosen Tampon-Spendern bestücken. Ziel sei es, dies schon zum Jahreswechsel umzusetzen, sagte Cawa Younosi, Personalchef Deutschland, bei einer Veranstaltung des Clubs der kurpfälzischen Wirtschaftsjournalisten am Donnerstagabend in Walldorf.

Von ihrer Periode überraschte Frauen sollten damit nicht länger in unangenehme Situation kommen, wenn sie keine Binden oder Tampons zur Hand hätten. SAP sei einer der ersten Arbeitgeber, der dieses Angebot flächendeckend einführe, so Younosi. "Solche Themen sind vielerorts noch tabu, aber es bringt ja nichts, das auszuklammern".

Auch in verschiedenen Städten wie Heidelberg und Karlsruhe erhalten Frauen seit Anfang September kostenlos Tampons und Binden. Sie werden in öffentlichen Gebäuden und Schulen ausgelegt. Anliegen der Kommunen ist nicht nur, ein Tabu zu brechen, sondern auch auf mangelnde Geschlechtergerechtigkeit hinzuweisen. So müsse es eine Gleichstellung bei der Verteilung der Kosten für Menstruationsartikel geben, fordert etwa Pro Familia.

"Im Laufe eines Lebens kommen hohe Summen zusammen, auf denen alleine die Frauen sitzenbleiben", sagte Landesgeschäftsführerin Gudrun Christ. Die schottische Regierung hat kostenlose Menstruationsprodukte deshalb in öffentlichen Gebäuden kürzlich nach eigenen Angaben als erste weltweit gesetzlich verankert.

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Derzeit arbeite ein Großteil der Beschäftigten aber ohnehin noch aus dem Homeoffice heraus, so Younosi. Der Personalchef geht davon aus, dass die Beschäftigten in Deutschland langfristig nur noch etwa zwei bis drei Tage pro Woche ins Büro kommen werden. "Und das müssen dann auch nicht unbedingt volle Tage sein, vielleicht kommen die Beschäftigten auch nur mal für eine Stunde, wenn ein wichtiges Meeting angesetzt ist", sagte er.

Eine Rückkehr zu den Gewohnheiten von vor der Pandemie werde es nicht geben, ist der Personalchef sicher. "Die Kollegen haben sich im Homeoffice eingerichtet, die Tagesabläufe haben sich nachhaltig geändert". Für die Mitarbeiter gebe es heute keinen klaren Grund mehr, nur wegen der Arbeit ins Büro zu gehen und dafür womöglich eine längere Anfahrt in Kauf zu nehmen.

"Ich mache mir aber keine Sorgen, dass die Kollegen überhaupt nicht mehr ins Büro kommen", so Younosi. Die Unternehmen müssten aber verstärkt Anreize ...

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