Verbrenner-Aus

Baden-Württemberg will beim Wasserstoff ganz vorne mitspielen

Vor allem Firmen aus der Automobilindustrie hoffen auf ein neues Standbein. Die Technologie könnte das Verbrenner-Aus kompensieren.

04.08.2022 UPDATE: 04.08.2022 06:00 Uhr 3 Minuten, 12 Sekunden
Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) gemeinsam mit Marc-Simon Löffler (l.) und Frithjof Staiß(M.) vor dem „Elektrolyseur“. Foto: Uli Regenscheit/Wirtschaftsministerium

Von Roland Muschel, RNZ Stuttgart

Dettingen an der Erms. Ein Elektroauto und ein Wasserstoff-Hybrid-Fahrzeug parken einträchtig vor der Firmenzentrale. In den Produktionshallen der EKPO Fuel Cell Technologie GmbH in Dettingen an der Erms (Kreis Reutlingen) selbst erklärt der Geschäftsführer des 2020 gegründeten deutsch-französischen Joint-Venture, Gernot Stellberger, dass man 2025 bereits rund 10.000 Brennstoffzellen-Module fertigen wolle. "Wir sehen Wasserstoff und Brennstoffzelle nicht erst als Technologien für 2040 oder 2035", sagt Stellberger in Anspielung auf die wechselnden Daten für ein europaweites Aus des Verbrennungsmotors.

2023 starte man in Frankreich das erste Bus-Serien-Projekt. Mit Airbus arbeite man daran, mittelfristig mit Wasserstoff und Brennstoffzelle zu fliegen. 180 Mitarbeiter hat EKPO, bis Jahresende sollen es über 200 am Standort auf der Schwäbischen Alb werden. "Wir kriegen gute Leute auch nach Dettingen", sagt Stellberger. "Das Thema Wasserstoff zieht".

Mehrheitsgesellschafter von EKPO ist der Automobilzulieferer Elring Klinger, dessen Vorstandschef Stefan Wolf früher als andere in der Branche die Ära nach dem Verbrennungsmotor antizipiert hat. Das Unternehmen, 10.000 Mitarbeiter, 1,6 Milliarden Euro Umsatz, beliefere praktisch jeden Fahrzeughersteller, sagt Wolf, der auch Präsident von Gesamtmetall ist, dem Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie. Lange war Ford größter Kunde von Elring Klinger, 2023 wird erstmals der E-Auto-Pionier Tesla der wichtigste Geschäftspartner sein. "Wir sind durch die Transformation eigentlich schon durch", sagt Wolf. "Wir sind nicht mehr im Entwicklungsstadium, wir sind serienreif."

Wo Elring Klinger ist, wollen andere Unternehmen im Auto- und Maschinenbauer-Land noch hin. Baden-Württemberg hängt wie kein anderes Land von diesen Branchen ab und muss sich daher besonders intensiv mit der Transformation beschäftigen.

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In Stuttgart drückt Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) gemeinsam mit Frithjof Staiß und Marc-Simon Löffler am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) auf einen großen grünen Knopf. Es ist ein dankbares Motiv für die Fotografen – und der offizielle Startschuss für den "Elektrolyseur", eine Elektrolyse-Anlage "made in Baden-Württemberg". Man stehe nun an der Schwelle von ...

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