Krebsforscher Büchler erhält 50 Millionen von Würth-Stiftung
Im Frühjahr zog Markus Büchler vom Neckar an den Tejo. Jetzt schwimmt ihm das Geld sozusagen hinterher.

Heidelberg/Lissabon. (we) Im Frühjahr zog Markus Büchler vom Neckar an den Tejo. Jetzt schwimmt ihm das Geld sozusagen hinterher. Und davon richtig viel: Die Würth-Gruppe und die gemeinnützige Stiftung Würth wollen Büchlers Krebsforschung mit 50 Millionen Euro unterstützen. Das Geld soll der Champalimaud Foundation zugutekommen, an deren Forschungszentrum in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon Büchler mittlerweile arbeitet.
Der Geldsegen ist im Grunde nichts Neues für den früheren Heidelberger Chef-Chirurgen. Er galt auch am hiesigen Universitätsklinikum als derjenige, der zahlreiche Prominente für sich und das Haus einnehmen konnte. Patienten aus aller Welt wollten sich in der Folge von ihm operieren lassen – darunter der frühere ägyptische Präsident Mubarak. Selbst die Familie des russischen Außenministers Lawrow profitierte von Büchlers Medizinkünsten.
Bekannt geworden ist der 68-Jährige vor allem als Pankreaskrebs-Operateur und Forscher. Auf diesem Gebiet unterstützt ihn nun auch die Würth-Gruppe, die die nächsten zehn Jahre die Forschung zur Bekämpfung von Bauchspeicheldrüsenkrebs bei der Champalimaud Foundation in Lissabon finanziert. Der Pankreaskrebs ist extrem aggressiv und gilt als eine der tödlichsten und zugleich am wenigsten erforschten Krebsarten.
Büchler zeigt sich hoch erfreut: "Diese Zuwendung wird uns helfen, neue Fortschritte zu erzielen und Menschen weltweit eine bessere Versorgung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs zu ermöglichen", zitiert den Medizin-Professor eine Pressemitteilung.
Büchlers neue Wirkungsstätte wurde übrigens vom reichsten Mann Portugals, Antonio de Sommer Champalimaud, mit über einer Milliarde Euro ausgestattet. Das meiste Geld erhielt die Stiftung nach dem Tod des Mäzens 2004. Er wurde 86. Das "Champalimaud Centre for the Unknown" in Lissabon gilt als hochmodernes Forschungszentrum, das nach einem Entwurf des indischen Architekten Charles Correa entstanden ist. Seinen Namen hat es der Lage unmittelbar an der Mündung des Flusses Tejo in den Atlantik zu verdanken. Von hier segelten die portugiesischen Pioniere im 15. und 16. Jahrhundert los, um unbekanntes (unknown) Land zu entdecken.