Stadtwald als intaktes und widerstandsfähiges Ökosystem

29.01.2024 UPDATE: 29.01.2024 06:00 Uhr 46 Sekunden

Um ihren stark geschädigten Stadtwald als intaktes und widerstandsfähiges Ökosystem wiederherzustellen und zu erhalten, setzt die Wissenschaftsstadt Darmstadt auf natürliche Prozesse. Der schlechte Zustand des 2000 Hektar großen Stadtwaldes hatte zunächst Bürgerinitiativen mobilisiert und für öffentliche Aufmerksamkeit gesorgt.

2019 rief die Stadt einen Runden Tisch mit Akteuren aus Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung und Wissenschaft ins Leben. Es folgten zahlreiche Sitzungen sowie Vorträge von Experten. Dabei gelang es, von einer aufgeladenen Stimmung zu einem sachlichen Diskurs zu kommen. Konflikte wurden herausgearbeitet und Ziele gewichtet.

So einigte man sich 2021 schließlich auf zehn Leitlinien. Dazu zählt, dass die Baumartenzusammensetzung den natürlichen Waldgesellschaften entsprechen und die reguläre Holznutzung zunächst ausgesetzt werden soll. Auch heimische Baumarten, die holzwirtschaftlich weniger interessant sind, dürfen wachsen.

Ziel ist ein dichterer abwechslungsreicher Wald, der in der Klimakrise bestehen kann. Er soll nicht nur Pilz- und Tierwelt gute Lebensbedingungen bieten, sondern auch den Menschen langfristig den Zugang zu sauberem Wasser, kühler Luft, Lärmschutz und Naherholung sichern.

Für den zukunftsweisenden Umgang der Stadt mit ihrem kommunalen Wald wurde die Stadt Darmstadt vom Nabu mit der Waldmedaille 2023 ausgezeichnet. Der Prozess der Beteiligung wie auch das Konzept der naturnahen Waldentwicklung können als beispielgebend auch für andere Städte und Kommunen gelten. (heb)