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Hintergrund Prof. Dr. Dr. h.c. Detlef Junker

19.06.2024 UPDATE: 19.06.2024 04:00 Uhr 1 Minute, 15 Sekunden

Detlef Junker

Der Gründungsdirektor des Heidelberg Center for American Studies (HCA), begeht heute seinen 85. Geburtstag. Er wurde am 20. Juni 1939, kurz vor dem Überfall NS-Deutschlands auf Polen in Quickborn, nördlich von Hamburg, geboren. Krieg und Nachkriegszeit haben ihn geprägt, das Verhältnis von Krieg und Frieden wurde zu einem seiner Leitmotive.

Junker orientiert sich am Philosophen Immanuel Kant, wenn er betont, dass die Freiheit für ihn die Fähigkeit ist, einen Zustand von selbst anzufangen. Das hat er nach eigenem Bekunden während seines ganzen Lebens getan. Nach dem Abitur 1959, einem Jahr Wehrdienst und der Ausbildung zum Redakteur promovierte er an der Universität Kiel 1967. Im selben Jahr wurde er Assistent am Lehrstuhl von Eberhard Jäckel in Stuttgart, bevor er 1970/71 an die Yale University ging. 1975 habilitierte er sich in Stuttgart für Neuere Geschichte und Theorie der Geschichtswissenschaft.

Kein Land der Welt hat ihn so geprägt wie die USA. Er verbrachte dort über acht Jahre, bereiste 48 Staaten und kommunizierte mit Amerikanern aus allen Schichten. Von 1994 bis 1999 war er Direktor des Deutschen Historischen Instituts in Washington, D.C.

Einen Ruf nach Heidelberg als Professor für Neuere Geschichte erhielt er 1975. Neben seinen Verpflichtungen in Forschung und Lehre widmete er sich besonders dem Aufbau des Fachs Amerikanische Geschichte. Er gründete die Schurman Bibliothek für Amerikanische Geschichte, wurde 1999 zum Curt Engelhorn Stiftungsprofessor für Amerikanische Geschichte ernannt und entwickelte mit privaten Geldern das Heidelberg Center for American Studies. Als große Förderer konnte er unter anderem Curt und Heidemarie Engelhorn, Martin Bussmann, Rolf Kentner, Manfred Lautenschläger, Hans Peter Wild, die BASF SE, John Deere und viele weitere Spender gewinnen. Er konnte besonders auf die Unterstützung der Rektoren Freiherr Gisbert zu Putlitz, Peter Hommelhoff und Bernhard Eitel zählen.

Junker erhielt 2005 die Ehrendoktorwürde der University of Maryland. 2007 wurde er Seniorprofessor Distinctus der Universität Heidelberg, 2010 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande. Als HCA Gründungsdirektor im (Un-)Ruhestand ist er seit Februar 2018 zu Wissenschaft und Forschung zurückgekehrt, erst kürzlich erschien sein Buch "Deutschland und die USA 1871-2021."