Mühlhausen

Das Zauberwort heißt "klimastabiler Mischwald"

Naturwanderung der CDU Mühlhausen-Rettigheim-Tairnbach widmete sich der Situation der heimischen Baumbestände.

05.08.2022 UPDATE: 05.08.2022 06:00 Uhr 2 Minuten, 10 Sekunden
Wie könnte ein stabiler Mischwald der Zukunft aussehen, der mit dem Klimawandel zurechtkommt? Darum ging es bei der Naturwanderung der CDU. Foto: rka

Mühlhausen. (rka) "Wir geben dem Wald wieder Fläche zurück und investieren in nachhaltige und klimaresistente Wiederaufforstungen": So ist es zu lesen im Strategiepapier "Gemeinde 2030" des CDU-Verbands Mühlhausen-Rettigheim-Tairnbach. Diesem Thema war auch die Naturwanderung der CDU gewidmet. Zu Gast waren der Bundestagsabgeordnete Moritz Oppelt und die Landtagsabgeordnete Christiane Staab. Gemäß ihrem Vorsatz habe die CDU Mühlhausen vor zwei Jahren, so der Vorsitzende Peter Becker in seiner Begrüßung, eine Baumpflanzaktion unter dem Motto "68 Mitglieder – 68 Bäume" gestartet.

Bei einem Spaziergang erläuterte Forstrevierleiter Bernd Niederer zunächst anhand einer Karte die Ersatzaufforstungsmaßnahmen im Zuge der Ortsumgehung B 39 im Umfang von zehn Hektar von 2010 bis 2013. Die Wanderer konnten dabei in Augenschein nehmen, wie sich der neue Wald in diesen gut zehn Jahren entwickelt hat. Von "schwierigen Jahren mit sehr positiven Entwicklungen" sprach Niederer, abhängig vor allem von der Bodenqualität und den Nährstoffvorräten. Denn die Flächen wurden zum größten Teil zuvor intensiv landwirtschaftlich genutzt. "Der durch die Straßenbaumaßnahme verursachte Eingriff wurde mit diesen neuen Waldflächen ökologisch hochwertig ausgeglichen," so der Waldexperte. Dabei setze man von Seiten der Forstwirtschaft auf zwei Aufforstungsarten, zum einen auf die Bepflanzung, zum anderen darauf, "was die Natur allein macht."

Ohne menschliches Zutun setzten sich nach und nach Bergahorn, Robinie und Waldrebe durch, schließlich auch die Buche. "Endstation" sei schließlich ein "stabiler Buchenwald". Bei gezielten Pflanzaktionen werden ungefähr 5000 Bäume pro Hektar benötigt, die sich unterschiedlich entwickeln. Bei der späteren Auslese werden die gut gewachsenen Bäume gefördert, wie Bernd Niederer an Ort und Stelle demonstrierte.

Die Buche ist nach wie vor "das Sorgenkind im Mühlhausener Wald" und trotzdem ist sich Bernd Niederer sicher, "sie ist eine wichtige Baumart in unseren Wäldern und wird es auch bleiben." Daher sei es wichtig, auch in Buchenbeständen Mischbaumarten zu sichern. Da die Eiche nach heutigem Wissensstand besser mit heißen Sommern zurechtkommt, biete sie sich als Mischbaumart im Buchenwald an.

Aber in einem stabilen Mischwald sollten mindestens vier Baumarten vertreten sein. Darüber hinaus sei es ideal, wenn verschiedene Altersstufen zusammen wachsen, damit jüngere Bäume immer wieder die Lücken schließen könnten. Ziel sei die "Risikostreuung": Wenn mehrere Baumarten zusammen aufwachsen, sei es eher verkraftbar, wenn ...

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