Bluttat Kümmelbacher Hof

Handynachricht mit den Worten "Bring um"

Die 17-jährige Ex-Freundin des Opfers soll den Angeklagten per Handynachricht zu der Tat aufgefordert haben.

09.08.2022 UPDATE: 28.09.2022 17:00 Uhr 8 Minuten, 40 Sekunden
Der Kümmelbacher Hof am Stadtausgang von Neckargemünd in Richtung Heidelberg zerfällt seit der Jahrtausendwende. Archivfoto: Alex

Neckargemünd/Heidelberg. (luw) Unter anderem ermittelnde Polizisten und eine Freundin der Angeklagten sind am Mittwoch im Prozess wegen versuchten Totschlags als Zeugen vernommen werden. An diesem dritten Verhandlungstag ging es vor dem Heidelberger Landgericht auch um den Tatort am Kümmelbacher Hof und um das Verhältnis zwischen den zwei Angeklagten und den Geschädigten.

Auf dem abgelegenen Areal sei es an jenem Freitagabend im Januar "stockdunkel" gewesen, wie ein Polizeibeamter aussagte: Er war kurz nach der Tat mit Kollegen zur Spurensicherung dort. Hier soll sich der 25-jährige Angeklagte auf einem unbeleuchteten Waldweg hinter einem Baum versteckt haben, um sich auf das heute 21-jährige Opfer zu stürzen, es zu treten, zu schlagen und schließlich mit einem Messer auf den jungen Mann einzustechen. Er überlebte mit schweren Verletzungen.

Die 17-Jährige, Ex-Freundin des Opfers und damalige Partnerin des anderen Beschuldigten, war laut Anklage ebenfalls dabei. Wie berichtet soll sie den 25-Jährigen per Handynachricht mit den Worten "Bring um" zu der Tat aufgefordert haben.

Der Polizeibeamte, der die 17-jährige wenig später bei ihr zu Hause in einer Elsenztalgemeinde festnahm, berichtete, dass sich diese dabei zunächst "sehr pubertär und aufgedreht" verhalten habe. Sie habe gesagt, dass sie sich für die Angelegenheit nicht interessiere.

Auf der Fahrt zur Polizeidienststelle habe er sie dagegen völlig anders erlebt: "Da war sie auf einmal in sich gekehrt und hat darüber nachgedacht, was passiert ist", sagte der Polizist. Dabei habe sie die Tat geschildert und erzählt, "dass sie zwei Monate vorher von ihrem Ex-Freund vergewaltigt worden sei und dass eine Racheaktion stattfinden sollte".

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Die Mutter der Angeklagten – als "gesetzliche Vertreterin" der Minderjährigen saß sie wieder neben ihr auf der Anklagebank – machte von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch und sagte als Zeugin vor Gericht nichts zu dem Fall.

Eine 19-jährige Freundin der Angeklagten sagte derweil unter Berufung auf Gespräche mit anderen Freunden aus, dass es zwischen der 17-Jährigen und dem Opfer in der Zeit ihrer Beziehung "oft Stress" gegeben habe. Sie selbst habe sie aber als fröhlich und liebenswürdig erlebt. Fortgesetzt wird der Prozess am 10. Oktober.

Update: Mittwoch, 28. September 2022, 17 Uhr


Der Angeklagte räumte die Bluttat ...

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