Adelsheim/Haßmersheim

Rathauschefs beim bundesweiten Netzwerk junger Bürgermeister dabei

Ein "Weiter-so" ist keine Option mehr! - Kommunale Ideenschmiede

27.10.2019 UPDATE: 28.10.2019 06:00 Uhr 3 Minuten, 26 Sekunden
Foto: Facebook / Screenshot: RNZonline

Adelsheim/Haßmersheim. (joc/ar) In Deutschland gibt es fast 300 Bürgermeister unter 40 Jahren. Sie verbindet oftmals eine andere, junge Sicht auf die kommunalen Themen. Die jungen Mandatsträger sind in vielen Fällen erst vor Kurzem gewählt worden und stehen vor vergleichbaren Herausforderungen. Da liegt es nahe, dass man sich intensiver, als dies bislang geschehen ist, miteinander austauscht, denn gleiche Probleme sind in der Regel mit den gleichen Strategien zu lösen.

Aus diesem Grund hat sich Anfang September bei einem Treffen im hessischen Bad Soden offiziell ein bundesweites parteiübergreifendes Netzwerk junger Bürgermeister (NJB) gebildet, dem aus unserem Kreis der Haßmersheimer Bürgermeister Michael Salomo (31 Jahre alt) und aus Adelsheim sein Amtskollege Wolfram Bernhardt (36 Jahre) angehören. Salomo wurde zum Sprecher des eigenständigen Netzwerks unter dem Dach des Innovators Club, der kommunalen Ideenschmiede des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, gewählt.

Nach der konstituierenden Sitzung in Bad Soden haben sich die jungen Bürgermeister jetzt mit einem Aufruf erstmals als Gruppe zu Wort gemeldet. In dem Aufruf fordern die Unterzeichner (drei weibliche und 17 männliche Bürgermeister) die Bevölkerung zu mehr kommunalpolitischem Engagement auf.

Mit dem Treffen in Bad Soden sind die 30 teilnehmenden jungen Bürgermeisterinnen und -meister neue Wege gegangen. Das neue Netzwerk versteht sich als Plattform für den Austausch von Ideen und Konzepten und soll den Dialog unter den jungen Amtskollegen fördern. Neben dem Erfahrungsaustausch geht es natürlich auch darum, gemeinsam konkrete Ideen zu entwickeln sowie Themen und Ziele für die künftige Zusammenarbeit zu diskutieren und Lösungsansätze hierfür zu entwickeln. Das überparteiliche Netzwerk wolle, so die jungen Bürgermeister, Signale für eine frische und ideenreiche Kommunalpolitik geben.

Adelsheims Bürgermeister Wolfram Bernhardt. Foto: privat

> Wolfram Bernhardt sagt dazu: "Dieses neue Netzwerk möchte jungen Bürgermeisterinnen und jungen Bürgermeistern ein Forum zum Austausch bieten. Dabei geht es um ganz alltägliche Fragestellungen wie auch um neue Ideen zur Gestaltung der Kommune, der sie vorstehen. Es sind regelmäßige Zusammenkünfte vorgesehen. Derzeit ist angedacht, das Jahrestreffen im Zeitraum März/April mit möglichst allen potenziellen Mitgliedern des NJB durchzuführen.

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Daneben soll es gegenseitige Besuche der Kommunen geben mit Präsentation von ,best Practices‘ der gastgebenden Kommune. Ferner sind gemeinsame Besuche interessanter Projekte, Firmen und Messen beabsichtigt. Als nächste Aktivitäten stehen die Installierung einer Geschäftsstelle, die Schaffung einer Homepage sowie Finanzierungsvereinbarungen mit Partnern an. Und dann steht ja schon das Jahrestreffen im Frühjahr 2020 vor der Tür ..."

Haßmersheims Bürgermeister Michael Salomo. Foto: privat

> Michael Salomo, der das parteiübergreifende Netzwerk als Sprecher vertritt, versteht dieses als eine Plattform, Themen aufgreifen zu können, die insbesondere die junge Generation betreffen. Es sei ein Instrument, das dazu diene, sich gegenseitig auszutauschen und gezielt Forderungen zustellen. Themen gebe es genügend. So nannte Salamo, der dieses Netzwerkes initiiert hat, gesellschaftliche Fragen, auf die die Politik eine Antwort finden müsse. Für ihn sei in der Kommunalpolitik wichtig, mit den Bürgern in einen Dialog zu treten. Er verfolge dabei eine ganzheitliche Politik und darüber möchte er sich in dem Netzwerk mit seinem jungen Kollegen austauschen. Deshalb ist Michael Salamo erfreut darüber, dass sich mittlerweile fast 300 Bürgermeister(innen) aus der gesamten Bundesrepublik seiner Initiative angeschlossen haben und sich nun darin einbringen.

Beim Treffen in Bad Soden initiierte Adelsheims Bürgermeister Wolfram Bernhard bereits einen Aufruf an die Bevölkerung mit dem Titel "Verantwortung übernehmen". Er soll insbesondere junge Menschen anregen, sich für ihre Kommune politisch zu engagieren. Diese Initiative wurde in Bad Soden von seinen Amtskollegen sehr begrüßt.

Jetzt ist dieser Aufruf veröffentlicht worden. Quasi die erste "Amtshandlung" der "jungen Bürgermeister". In Auszügen heißt es in dem Aufruf: "Wir - junge Bürgermeisterinnen und Bürgermeister - haben uns entschlossen, uns mit diesem Aufruf an die Öffentlichkeit zu wenden, um Menschen zu ermutigen, sich auf kommunaler Ebene politisch zu engagieren. Die Zeiten ändern sich und ein ,Weiter-so‘ ist keine Option mehr. Und doch geht es gerade auch darum, das zu erhalten, was gut ist. Der schmale Grat besteht heute darin, Veränderung zuzulassen und zu gestalten und gleichzeitig Sicherheit zu bieten und Ruhe zu schaffen in einer sich permanent wandelnden Gesellschaft. Die Veränderung verlangt nach neuen Antworten!

Man muss im Kleinen anfangen. Am Ende kommt es darauf an, dass man sich engagiert und Verantwortung übernimmt. Verantwortung gegenüber den Mitmenschen. Man muss erkennen, dass das Soziale, das Zwischenmenschliche der Ausweg aus der sich überall andeutenden Krise ist. Dass nur im Sozialen die Ruhe und Sicherheit liegt, die wir uns herbeisehnen.

Dieser Aufruf soll Menschen erreichen, die aus einem ehrlichen Interesse die Veränderung gestalten und Verantwortung übernehmen wollen. Die bereit sind, sich dort zu engagieren, wo die Veränderung konkret wird: in der Politik. Dabei haben wir die Kommune im Blick. Wo sonst ist man näher am Menschen, am Puls der Zeit. Hier wird die konkrete Lebenswirklichkeit der Mitmenschen gestaltet - mit allen Vorgaben und Hindernissen. Hier nimmt die Gestaltung Form an.

Um das neue Miteinander verstehen und gestalten zu können, bedarf es jedoch Personen, die offen sind für die Veränderung und die sich zutrauen, Brücken zu bauen. Die fähig sind, neue Wege zu erahnen, wo andere noch nicht einmal einen Trampelpfad sehen!"

Ort des Geschehens

Das Netzwerk Junger Bürgermeister würde sich über Rückmeldungen aus der Bevölkerung freuen. Wolfram Bernhardt: "Wer sich durch unseren Aufruf angesprochen fühlt, kann sich direkt bei uns melden. Wir sind offen für neue Ideen und sind selber gerne bereit beispielsweise bei Fragen rund um das Amt des Bürgermeisters mit Informationen und Ideen zur Verfügung zu stehen."

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