Heidelberg/Mannheim

Das Potenzial der Uniklinik-Fusion "wird unterschätzt"

Vertreter aus Heidelberg und Mannheim werben in Stuttgart eindringlich für die Klinikfusion.

24.11.2022 UPDATE: 24.11.2022 20:00 Uhr 3 Minuten, 41 Sekunden
Archivfoto: Uwe Anspach/dpa

Von Sören S. Sgries

Stuttgart/Heidelberg. Vielleicht ist es auch ein Hauch von Verzweiflung, der diese fünf Männer nach Stuttgart treibt: Seit Jahren kämpfen sie für ein Projekt, das aus ihrer Sicht nur Vorteile bringt – nur, dass das in der Landesregierung offenbar niemand so recht wahrzunehmen scheint.

Also haben sie sich an diesem Donnerstagmorgen auf den Weg gemacht, um noch einmal eindringlich zu werben: Die Fusion der Unikliniken in Heidelberg und Mannheim müsse kommen, so die Botschaft vor der Landespressekonferenz. Alles andere sei nicht nachvollziehbar – und für die Zukunftsfähigkeit des Landes sogar riskant. 

Worum geht es? Grundsätzlich geht es um die Vision, in der Region Heidelberg/Mannheim mit zahlreichen Unternehmen und Forschungseinrichtungen einen international herausragenden Gesundheitsstandort zu schaffen. Besonders im Fokus sind die beiden Universitätsklinika, die aus verschiedenen Gründen fusionieren sollen.

„Wir haben unsere Hausaufgaben erfüllt“, sagt Unirektor Bernhard Eitel. Foto: dpa

Hier hakt es. Besser läuft es bei den medizinischen Fakultäten, die ebenfalls zusammengeführt und so "schlagkräftiger" werden sollen, wie der Heidelberger Unirektor Bernhard Eitel sagt. "Da kann man einen Haken dran machen", so Eitel. "Wir haben unsere Hausaufgaben erfüllt." 

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Woran hakt die Klinikfusion? Laut Eitel vor allem an einer fehlenden Grundsatzentscheidung der Landesregierung. "Alle stehen in den Startlöchern, die Voraussetzungen sind geschaffen", so der Unirektor. "Wir warten darauf, dass ganz klar gesagt wird: Jawoll, wir wollen das."

Und auch Hans-Jürgen Hennes, Medizinischer Geschäftsführer der Universitätsmedizin Mannheim, klagt: "Wir kommen momentan nicht weiter" Deswegen sei es "wirklich zwingend", dass noch Ende 2022/Anfang 2023 eine Grundsatzentscheidung falle. 

Warum ist eine Klinikfusion überhaupt notwendig? Der offensichtlichste Grund: Zwei teilweise miteinander konkurrierende Standorte in unmittelbarer Nachbarschaft sind nicht sonderlich wirtschaftlich. Vor allem das Mannheimer Uniklinikum – eines von nur zweien bundesweit, das nicht vom Land getragen wird – lastet schwer auf der Stadtkasse.

"Das ist kein zukunftsfähiges Modell", sagt Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) dazu. Aber auch bei der Patientenversorgung und der klinischen Forschung würden beide Standorte profitieren, so die Überzeugung der Projektbefürworter. 

Gibt es Belege dafür, dass die Fusion sich wirtschaftlich ...

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