Sanierungspflicht

Das kommt auf neue Eigentümer alter Häuser zu

Wer ein älteres Haus kauft oder erbt, ist verpflichtet, Heizung und Wärmedämmung auf den aktuellen Stand zu bringen. Es gibt aber Ausnahmen.

12.08.2022 UPDATE: 12.08.2022 11:00 Uhr 2 Minuten, 48 Sekunden
Trägt dick auf: die neue Dämmung an der alten Fassade. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-tmn

Nicht zuletzt der Klimawandel und die Lieferengpässe bei Gas und Erdöl machen deutlich: Ressourcenschonendes Verhalten ist gefragt. Nachbesserungsbedarf sieht der Gesetzgeber unter anderem bei energetisch oft ungünstigen Altbauten. Darum gilt beim Eigentümerwechsel eines alten Gebäudes seit 2020 eine Sanierungspflicht - für Käufer und Erben gleichermaßen.

"Sobald ein neuer Eigentümer im Grundbuch eingetragen wird, tritt die sogenannte Nachrüstpflicht in Kraft", erklärt Gisela Kienzle, Architektin in Landshut und Beraterin für die Verbraucherzentrale Bayern. Eigentümerinnen und Eigentümer hätten dann zwei Jahre Zeit, Heizkessel sowie die Dämmung bestimmter Rohre und der obersten Geschossdecke auszutauschen beziehungsweise nachzubessern. Denn nur diese drei Punkte sind laut dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) verpflichtend.

Ausgetauscht werden müssten aber nur Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind, also vor 1991 eingebaut wurden, sagt Kienzle. Es gelte auch nur für Kessel, die nicht auf Brennwerttechnik oder Niedertemperaturheizung ausgerichtet seien. "Die meisten Kessel werden aber ohnehin keine 30 Jahre betrieben", sagt Christian Handwerk, Referent für energetisches Bauen und Bauphysik bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

Falls eine Austauschpflicht besteht, könnten aktuell Kosten von 10 000 bis 12 000 Euro für den Einbau eines neuen Brennwertgeräts entstehen, schätzt Corinna Kodim, Energieexpertin des Eigentümerverbands Haus & Grund Deutschland. "Der Austausch ist aber eher ein Segen für die Besitzer, weil die Investition sich in der Regel schon nach drei Jahren amortisiert hat."

Klingt schwieriger als es ist: Das Dämmen von Rohrleitungen können geschickte Eigentümer auch selbst übernehmen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Dämmungskosten amortisieren sich schnell

Außerdem müssen freiliegende Verteilungsleitungen, also für Warm- und Trinkwasser, in unbeheizten Räumen gedämmt werden. Das betreffe den Keller, sagt Handwerk. "Die Kosten sind gering, für Ein- bis Zweifamilienhäuser könnten Besitzer sich sogar Sets im Baumarkt oder im Internet kaufen." Auch diese Maßnahme rentiere sich schnell, sei daher im Interesse der Eigentümer.

Die oberste Geschossdecke ist die Decke vom obersten beheizten Raum zum Dachboden. Sie muss einen bestimmten Wärmedämmwert erreichen. "Vereinfacht gesagt gibt dieser Wert an, wie viel Wärme durch ein Bauteil verloren geht", erklärt Wolfgang Szubin, Bauberater des Verbands Wohneigentum in

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