Bewerbungstipps: So bekommt jeder seinen Traumjob

Wer eine perfekte Stelle sucht, soll von Verkäufern lernen - Tipps von Personalberater Christopher Funk

27.01.2016 UPDATE: 30.01.2016 06:00 Uhr 2 Minuten, 16 Sekunden

Personalberater Christopher Funk. Foto: dns

Von Denis Schnur

Bei der Start-up-Messe der Universität Heidelberg stellten sich vergangene Woche wieder 15 junge Unternehmen über 500 Besuchern vor. Auch der Personalberater Christopher Funk war dabei - und gab Studenten Tipps zur Bewerbung. Seine Devise: "Verkaufen statt bewerben". Vom erfolgreichen Verkäufer könne jeder im Berufsleben lernen, meint Funk. Damit stehe jedem sein Traumjob offen - vom Handwerker bis zum Topmanager. Wir haben nachgefragt, wie genau das funktioniert.

Herr Funk, mal angenommen, mein Traum wäre es, Manager bei BMW zu werden. Was wäre mein erster Schritt?

"Manager" ist ein weiter Begriff. Da müssten Sie erst genau beschreiben, was Sie machen wollen. Damit sind wir bei einem häufigen Problem von Studenten: Sie wissen oft nicht, was sie wirklich wollen und bewerben sich auf Stellenausschreibungen, von denen sie denken, das könnte passen. Die erste Stelle bestimmt dann die ganze Karriere. Daher würde ich raten: Werden Sie sich erst klar, wofür Sie brennen und was Sie können.

Angenommen, das weiß ich: Nun finde ich aber keine ausgeschriebene Stelle, die passt ...

Hier können wir vom Verkäufer lernen: Der klingelt ja auch nicht wild an jeder Tür, sondern überlegt, wer ein potenter Kunde für sein Produkt sein könnte. Ich muss mich fragen, welcher Arbeitgeber für mich das größte Potenzial und die höchste Wahrscheinlichkeit bietet, dass es klappt. Verkäufer würden daraus eine Zielkundenliste machen, ich würde das ähnlich mit Firmen machen.

Wenn auf meiner Liste dann zehn Firmen stehen, haue ich zehn Bewerbungen raus?

Das kann man natürlich machen. Aber dann wissen Sie nicht, was mit Ihrer Bewerbung passiert, wo sie landet, wen die Personalabteilung aussiebt. Eine Bewerbung ist immer ein Roulettespiel: Bei BMW bewerben sich 120 000 Menschen pro Jahr. 2015 wurden 4000 eingestellt. Bei Google liegt die Chance bei 0,2 Prozent. 70 bis 90 Prozent aller Stellen werden gar nicht über Ausschreibungen besetzt, sondern intern oder über Netzwerke. Die Kunst ist es, als Teil dieses Netzwerkes wahrgenommen zu werden.

Wie bekomme ich das hin?

Über persönliche Kontakte. Wenn ich in die Marketingabteilung eines Unternehmens möchte, kann ich mich auf gut Glück bewerben oder ich schaue, wer der Entscheider ist - in diesem Fall wahrscheinlich der Marketingleiter. Wenn ich das weiß, ...