Alles im Fluss

Stadtschwimmen in der Schweiz

In Flüssen schwimmen die Schweizer durch die Städte - in Bern in der Aare, in Zürich in der Limmat und in Basel im Rhein.

24.06.2022 UPDATE: 24.06.2022 08:16 Uhr 3 Minuten, 44 Sekunden
Panoramablick aufs Münster: Menschen treiben mit ihrem Wickelfisch in Basel den Rhein hinab. Foto: dpa

Basel (dpa) - In der Lobby eines altehrwürdigen Grandhotels ziehen Menschen in triefenden Badesachen und Flip-Flops normalerweise verwunderte Blicke auf sich. Nicht so in Basel. Dort erkundigt sich der Concierge im Grand Hotel Les Trois Rois allenfalls in schönstem Schwyzerdütsch, ob der "Schwumm" im Rhein erfrischend war.

Hintergrund
Infos: 

Anreise und Formalitäten: Bequem und umweltschonend ist die Anreise mit der Bahn. Bürgern aus EU-Staaten reicht ein gültiger Personalausweis zur Einreise.

Reisezeit: Abgehärtete schwimmen auch im Winter in

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Infos: 

Anreise und Formalitäten: Bequem und umweltschonend ist die Anreise mit der Bahn. Bürgern aus EU-Staaten reicht ein gültiger Personalausweis zur Einreise.

Reisezeit: Abgehärtete schwimmen auch im Winter in den Schweizer Flüssen, für alle anderen eignen sich die Hochsommermonate am besten. Die Wassertemperaturen steigen je nach Fluss auf 18 bis mehr als 20 Grad Celsius.

Limmat-Schwimmen: Nach zweijähriger Corona-Pause findet das Limmat-Schwimmen am 20. August zum 56. Mal statt. Infos: www.limmatschwimmen.ch

Informationen: Schweiz Tourismus (Tel.: 00800 - 100 200 29; E-Mail: info@myswitzerland.com; Internet: www.myswitzerland.com)

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In Basel gehören Menschen in Bikini und Badeshorts im Sommer zum Stadtbild. Dann verwandelt sich die Stadt der Pharmaindustrie und Kunstmuseen in eine urbane Badelandschaft.

Selbst in einem der ältesten Stadthotels des Kontinents werden die Gäste animiert, es den Einheimischen gleich zu tun. "Die nehmen ihren Wickelfisch mit ins Büro und gehen dann im Rhein schwimmen", erzählt der Concierge.

Kleidungssack und Schwimmhilfe

Der Wickelfisch ist ein Gummisack, in den man seine Kleidung wasserdicht verstauen kann. Dank der eingeschlossenen Luft fungiert er zusätzlich als Schwimmhilfe. Es gibt ihn in unzähligen Formen und Farben. An heißen Sommertagen pilgern die Basler mit ihren Wickelfischen auf dem rechtsrheinischen Uferweg den Strom hinauf, den sie liebevoll "Bach" nennen.

Im gleißenden Sonnenlicht glitzert der Fluss in Türkisblau und Smaragdgrün. Selbst ein Kölner wie ich, der den Rhein in unzähligen Karnevalsliedern besingt, hat ihn noch sie so schön gesehen.

Infotafeln führen zum idealen Einstiegspunkt an der Flussbiegung kurz vor der Schwarzwaldbrücke. Dort beginnt der kollektive Striptease: Geschäftsmänner schälen sich aus Businessanzügen, Frauen streifen ihre Sommerkleider ab, Kinder reißen sich die Klamotten vom Leib, um sich endlich in das sanft abfallende Flussbett stürzen zu können.

Treiben lassen, nicht herüberschwimmen

Um die 20 Grad warm wird das Wasser des Rheins, in heißen Sommern auch mal 25 Grad. Sportler schwimmen gegen die Strömung. Die meisten aber lassen sich einfach treiben und genießen das Panorama.

Rechts liegt Kleinbasel mit seinen Villen am Ufer, links Grossbasel, wo die roten Türme des Münsters das Gassengewirr der Altstadt überragen. Hinüberschwimmen sollte man nicht - viel zu gefährlich wegen der starken Strömung und der großen Frachtschiffe.

Hinter der Mittleren Brücke klettern die meisten über die Treppen der Uferpromenade aus dem Wasser, um sich ...