Formel 1

Piastri-Show von Katar geht weiter: Auch Pole für Grand Prix

Oscar Piastri ist mehr als zurück. Nach dem Sieg im Sprint rast er zur Pole. Zweiter wird WM-Primus Lando Norris, Dritter Max Verstappen. Mehr Spannung vor dem möglichen Krönungsrennen geht kaum.

29.11.2025 UPDATE: 29.11.2025 06:27 Uhr 2 Minuten, 14 Sekunden
Vor dem Großen Preis von Katar
Pole für den Sprint, Sieg im Sprint, Pole für den Großen Preis - es läuft wieder bei Piastri.

Lusail (dpa) - Oscar Piastri bleibt in Katar auf Kampfkurs gegen seinen Teamkollegen um die Formel-1-Weltmeisterschaft. Nach der Pole für den Sprint und dem Sieg am Nachmittag raste der WM-Herausforderer im McLaren auch auf Startplatz eins für den Großen Preis von Katar. Der 24 Jahre alte Australier verwies seinen im WM-Klassement führenden McLaren-Teamrivalen Lando Norris auf den zweiten Platz. Dritter wurde Titelverteidiger Max Verstappen im Red Bull. 

"Let's go, Baby", funkte Piastri an seine Crew: "Das war mega." Das ganze Wochenende fühle sich alles schon großartig an, sagte der sichtlich glückliche Herausforderer, der im Rennen am Sonntag (17.00 Uhr MEZ/Sky) vor Norris ins Ziel kommen muss, um auch im WM-Rennen zu bleiben. Dasselbe gilt für Verstappen. "Wir müssen sehen, was wir tun können", meinte der Niederländer zu den Rennaussichten. Es werde hart. Überholen ist schwer auf dem Kurs, aus Sicherheitsgründen sind diesmal zwei Reifenwechsel vorgeschrieben, ein Satz darf maximal 25 Runden gefahren werden, 57 stehen an.

Piastris Teamchef: "Oscar ist auf jeden Fall zurück"

Dass er nicht als Helfer für Norris nach Katar angereist war, machte Piastri erst verbal, dann auf der Strecke deutlich. Im Sprint ebenfalls von der Pole aus zeigte der Rennfahrer aus Melbourne, warum er bis Ende August noch wie der Topfavorit auf den Titel ausgesehen hatte. "Oscar ist auf jeden Fall zurück", hatte Teamchef Andrea Stella da schon betont. Seinen bis dahin letzten Sieg hatte er in Zandvoort beim Großen Preis gefeiert. 

Letztlich holte er mit dem Sprintsieg aber auch nur zwei Punkte auf Norris auf, der Dritter wurde auch noch hinter George Russell im Mercedes. Verstappen hatte es von Startrang sechs auf Platz vier geschafft. "Schadensbegrenzung", meinte Red Bulls Teamchef Laurent Mekies. Verstappens Rückstand auf Norris wuchs um einen Punkt auf 25 Zähler. Nach dem siegreichen Wochenende von Las Vegas und der nachträglichen Disqualifikation von Norris und Piastri läuft es in Katar nicht optimal für Verstappen.

Die einfachste Rechnung für Norris: Mit Rennsieg zum Titeltriumph 

Die Konstellation für die Titelfahrt von Norris kann einfach sein: Gewinnt er den Großen Preis von Katar, ist er der neue Weltmeister und Verstappen nach vier Triumphen in Serie entthront. Ansonsten kann es kompliziert werden, letztlich braucht Norris ohne zu siegen nach dem Rennen 26 Punkte Vorsprung auf Piastri - es geht um die Anzahl der Siege und da kann Piastri theoretisch in Abu Dhabi mit 8:7 vorn liegen - und 25 auf Verstappen. Der Niederländer kann bei Punktgleichheit nach Siegen nicht mehr vorn liegen. 

Im ersten Zeitabschnitt des Qualifyings setzte sich Norris zunächst knapp vor Piastri an die Spitze, 77 Tausendstelsekunden trennten die beiden Stallrivalen, die von der Teamleitung weiter freie Fahrt auch gegeneinander bekommen haben. 

Packender Kampf um die Top Ten

Als die 20 Minuten vorbei waren, stand Russells Name auf Platz eins. Verstappen lag auf Rang vier - allerdings fast vier Zehntelsekunden langsamer als Russell. Am Ende des Feldes ging die sportliche Demütigung für Rekordweltmeister Lewis Hamilton weiter: Zum dritten Mal nacheinander schied der 40 Jahre alte Brite im sogenannten Q1 aus. 

Piastri legte danach eine Fabelrunde hin und distanzierte Verstappen um fast eine halbe Sekunde - ebenso Norris. Dessen Zeit wurde zudem umgehend gestrichen. Nun musste er Ruhe bewahren - machte er auch und kam locker weiter. Im finalen Kampf um die Pole legte er dann die Bestzeit vor. Piastri blieb weiter knapp dran mit 35 Tausendstelsekunden. 

Dann wurde erstmal unterbrochen. Die Strecke musste gesäubert werden. Gut für die Dramaturgie. Rund fünf Minuten blieben, aber alle warteten noch. Norris fuhr dann als Erster aus der Garage, musste aber abbrechen, während Piastri zu seiner sechsten Pole raste.

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