Spendenaktion "RNZ hilft"

Kaum in Kiew, mussten sie schon wieder fliehen

Laveth Nwosu und Joel Ugorji wollten sich in Kiew ein gemeinsames Leben aufbauen. Doch der Krieg machte sämtliche Pläne zunichte.

13.05.2022 UPDATE: 14.05.2022 06:00 Uhr 1 Minute, 18 Sekunden
Von Nigeria nach Kiew, jetzt nach Heidelberg: Laveth Nwosu und Joel Ugorji haben einen weiten Weg hinter sich. Foto: Rothe

Heidelberg. (dns) Ihre Zukunft hatten sich Laveth Nwosu und Joel Ugorji ganz anders vorgestellt. Beide sind in Nigeria geboren. Die 25-Jährige lebte seit 2015 in Kiew, Anfang Februar kam auch ihr 32-jähriger Verlobter in die ukrainische Hauptstadt. Sie studierte bereits Medizin, er schrieb sich für einen Master in Wirtschaft ein. "Ich hatte gerade alle Formalitäten erledigt, als der Krieg begann", berichtet Ugorji der RNZ. Zunächst blieb das Paar in Kiew, hoffte, dass der Krieg schnell vorbei geht und sie in der Wahlheimat bleiben können. "Doch wir konnten nicht schlafen." Jede Nacht habe man die Bomben gehört, hätten die Wände gewackelt, habe das Paar Angst gehabt. Nach zwei Tagen nahmen sie den Zug über Ungarn nach Deutschland – und landeten schließlich im Ankunftszentrum in Heidelberg.

Hintergrund

Spenden für die Aktion "RNZ hilft" sind möglich an das Spendenkonto Evangelische Kirche in Heidelberg

IBAN:
DE77 6725 0020

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Spenden für die Aktion "RNZ hilft" sind möglich an das Spendenkonto Evangelische Kirche in Heidelberg

IBAN:
DE77 6725 0020 0009 3129 51
BIC:
SOLADES1HDB
Betreff:
"RNZ hilft"

Wer im Betreff zudem seine Adresse angibt, bekommt eine Spendenquittung zugeschickt. Wer mit einer Banking-App diesen QR-Code scannt, kann unkompliziert direkt spenden.

Die Verteilung der Mittel läuft über die Evangelische und die Katholische Kirche Heidelberg. Anträge stellen in der Regel deren Sozialverbände Caritas und Diakonie, die mit ihrer Migrationsberatung in direktem Austausch mit den Menschen sind. Aber auch die Flüchtlingsbeauftragten der Kirchen und Mitgliedsgemeinden können Gelder beantragen. Unterstützt werden bedürftige Geflüchtete und Migranten aus der Ukraine, aber auch aus anderen Ländern, die in Heidelberg und dem Umland leben oder einen direkten Bezug zur Stadt haben.

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Statt einem neuen Leben in Kiew standen sie plötzlich vor dem Nichts. Sieben Jahre lang hatte Nwosu Ukrainisch gelernt, sich ein Leben aufgebaut, stand kurz vor dem Abschluss. Ugorji war bereit für das Studium und dafür, als Karatelehrer seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Stattdessen waren beide in Heidelberg mit leeren Taschen: "Wir konnten im Zug kaum etwas mitnehmen – und unser Bargeld war schon in Ungarn aufgebraucht."

Doch das Paar hatte Glück im Unglück: Über die Flüchtlingsseelsorger im Ankunftszentrum kamen sie mit Christiane Bindseil in Kontakt, Pfarrerin der Kirchheimer Bonhoeffer-Gemeinde. Sie nahm das junge Paar zunächst in ihrem eigenen Haus auf, vermittelte ihnen später eine Unterkunft. Und nicht nur das: Die Pfarrerin sorgte auch dafür, dass die beiden eine Hilfe aus dem Nothilfefonds "Flucht und Migration" der beiden großen Kirchen in Heidelberg bekommen, den die RNZ mit ihrer Aktion "RNZ hilft" unterstützt. Rund 30.000 Euro haben die Leserinnen und Leser bislang bereits gespendet.

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Neben etwas Geld für den Start in der neuen Heimat besorgte Pfarrerin Bindseil mithilfe des Fonds und der RNZ-Aktion auch einen neuen Karateanzug für Ugorji. Denn der 32-Jährige will auch in Deutschland weiter Kampfsport betreiben – und unterrichten. Bindseils Sohn profitiert bereits von Privatstunden, künftig will Ugorji so aber auch Geld verdienen: "Ich will für meine Verlobte und mich sorgen."

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