Leo XIV.

Papst besichtigt Blaue Moschee in Istanbul

Es ist ein Zeichen des interreligiösen Dialogs: Der Pontifex besucht während seiner Türkei-Reise die berühmteste Moschee Istanbuls. Ein zuvor angekündigtes Gebet dort lässt er aber aus.

29.11.2025 UPDATE: 29.11.2025 08:18 Uhr 59 Sekunden
Papst Leo XIV. besucht die Türkei
Der Papst besucht die Blaue Moschee in Istanbul - und will damit ein Zeichen für den interreligiösen Dialog setzen.

Istanbul (dpa) - Papst Leo XIV. hat im Rahmen seines Besuchs in der Türkei die Sultan-Ahmet-Moschee in Istanbul besichtigt. Der Chef der staatlichen Religionsbehörde Diyanet empfing das Oberhaupt der katholischen Kirche in dem auch als Blaue Moschee bekannten islamischen Gotteshaus im Zentrum der Millionenmetropole. Leo betrat das Gebäude vorschriftsgemäß ohne Schuhe. Der Besuch fand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt.

Die Sultan-Ahmet-Moschee ist eine der berühmtesten Moscheen Istanbuls und eine der bedeutendsten Moscheen der islamischen Welt. Sie liegt in unmittelbarer Nähe zur Hagia Sophia. Im Gegensatz zu seinen zwei Vorgängern Benedikt XVI. (2006) und Franziskus (2014) besucht Leo letztere während seines Türkei-Besuchs jedoch nicht. Die frühere Kathedrale wurde 2020 in eine Moschee umgewandelt, nachdem sie seit 1934 ein Museum gewesen war.

Der Vatikan teilte zuvor mit, Leo werde in der Moschee einen "kurzen Moment des stillen Gebets" einlegen, was jedoch ausblieb. Nach dem Besuch hieß es vom Vatikan: "Der Papst erlebte seinen Besuch in der Moschee in Stille, in einem Geist der Betrachtung und des Zuhörens, mit tiefem Respekt vor dem Ort und dem Glauben derjenigen, die sich dort zum Gebet versammeln."

Eine vorbereitete und dann auch verbreitete Mitteilung, wonach der Papst einen "kurzen Moment des stillen Gebets" eingelegt habe, dementierte nach der Veröffentlichung Vatikan-Sprecher Matteo Bruni. Die Mitteilung wurde anschließend korrigiert und der Teil mit dem stillen Gebet gestrichen.

Benedikt XVI. und Franziskus verharrten während ihrer Besuche in dem islamischen Gotteshaus damals jeweils für einen Moment des stillen Gebets. Franziskus sorgte 2014 etwa für Aufsehen als er sein Haupt gen Mekka neigte und damit demonstrativ seinen Respekt vor dem Islam bekundete.

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