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Von Carsten Blaue
Schriesheim. Kindernachmittag, Fanfarenzugtreffen, Schlepperfahren und dazu noch einmal guter Besuch auf dem Rummel und in den Straußwirtschaften: Mit den letzten Programmhöhepunkten klang der Mathaisemarkt am Wochenende stimmungsvoll aus, abgerundet vom farbenfrohen Feuerwerk am Sonntag Abend.
Auch dieser Mathaisemarkt hatte seine eigenen Geschichten, wenn auch Manche seltsame Blüten trieben. Es wurde vor allem viel diskutiert beim Viertele - über Besucherzahlen, Bier im Festzelt oder Küsse für Weinhoheiten. Oder auch über die Sicherheitslage in den Straßen. Viele Anwohner rund ums Festgelände berichteten von den unschönen Begleiterscheinungen eines weinseligen Festes, wie Fäkalien in Vorgärten, Betrunkenen in Hofeinfahrten, herausgehobenen Gullideckeln und jeder Menge Müll, vor allem Flaschen. Neben dem friedlichen Feiern, fröhlichen Gästen und den gelungenen Programmpunkten ist eben auch das eine Wahrheit des Mathaisemarkts.
Die Polizei sprach unterm Strich von "einem moderaten" Volksfest. Sieben Körperverletzungen, davon zwei schwere, mehrere "Lagebereinigungen", eine Trunkenheitsfahrt und jeweils einen Verstoß gegen das Waffen- und das Betäubungsmittelgesetz bilanzierte Weinheims Revierleiter Jürgen Helfrich für das zweite Wochenende. Vor allem "Jugendliche oder Heranwachsende" seien involviert gewesen, meist aus Gruppen von auswärts. Die Ermittlungsansätze stimmten Helfrich zuversichtlich, die Täter zu benennen. Ordnungsstörungen gab es auch in den Straßenbahnen, wo junge Mathaisemarktbesucher "vorglühten", so Helfrich. Dafür habe es weniger "Rucksacktrinker" gegeben, die den Alkohol mit aufs Fest bringen: "Trotzdem müssen wir beim Thema Alkohol dranbleiben", wandte sich der Revierleiter auch an Bürgermeister Hansjörg Höfer.
Auch Helfrich hatte einen Nachtdienst beim Mathaisemarkt. Die Art und Weise, wie Jugendliche auf die Polizeipräsenz reagierten, führte bei ihm zu dem Schluss, dass man auch nachts um 1 Uhr noch "mit einem guten Gefühl über den Mathaisemarkt gehen konnte". Auch das Einhalten der Sperrstunde sei kein Problem gewesen. Das Rote Kreuz hatte ebenfalls wieder gut zu tun - auch wenn es mit 22 Versorgungen am zweiten Wochenende fünf weniger gab als am ersten. Wieder waren vor allem 15- bis 20-Jährige stark alkoholisiert. Für acht Personen endete der Mathaisemarkt im Krankenhaus. Außer einer defekten Heizung in der Lorscher Straße, die jede Menge Rauch produzierte, hatte die Feuerwehr am Wochenende keine Einsätze - abgesehen zum Beispiel von Absperrdiensten. Beim Heizungszwischenfall bekam Kommandant Oliver Scherer jedoch erneut einen Eindruck von der Problematik parkender Autos rund ums Festgelände.
Dann die Besucherzahlen für die letzten drei Tage: Scherer hat für Freitag 13.000 Gäste (Vorjahr: 11.000), für Samstag 22.000 (23 000 in 2011) und für Sonntag 20.000 (35 000) ermittelt, macht zusammen 55.000 Besucher. Am ersten Wochenende waren es 39.000 gewesen. So kommt der Mathaisemarkt 2012 alleine an den Wochenenden auf insgesamt 94.000 Gäste. "Im Vergleich der Zahlen von 2007 bis 2012 zeigt sich, dass das zweite Wochenende stets besser besucht ist als das erste", so der Feuerwehrkommandant.
Blieb zum Schluss die Frage, warum von Seiten der Polizei Jürgen Helfrich Bilanz gezogen hatte und nicht Postenleiter Klaus Krischke. Dazu Helfrich, der Weinheimer Revierleiter: "Herr Krischke ist aus dienstlichen Gründen von den Aufgaben des Schriesheimer Postenleiters entbunden worden." Gegen Krischke laufe von Seiten der Polizeidirektion Heidelberg ein disziplinarisches Ermittlungsverfahren. Er werde ab dem Montag im Heidelberger Revier Mitte eingesetzt. Helfrich sagte, er habe mit der kommissarischen Postenleitung in Schriesheim Polizeioberkommissarin Sabine Müller beauftragt. Sie war in Weinheim bislang stellvertretende Dienstgruppenleiterin. Bürgermeister Höfer bedauerte Krischkes Versetzung.
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Der Artikel erschien am 12.03.2012, um 07:15
Letzte Änderung am 12.03.2012, um 07:50
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