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« Startseite | Kraichgau | Artikelseite 04.12.2009



Mit neuem Schultyp nicht gleich neue Chance

RNZ

Bad Rappenau. (end) In der Kur- und Bäderstadt hat man mit diesem Schultyp bereits seit 15 Jahren Erfahrung, damit bringt es für Bad Rappenau nichts wesentlich Neues: Der Gemeinderat hat sich in seiner vergangenen Sitzung mit großer Mehrheit für die Einführung der "neuen" Werkrealschule ausgesprochen, wie es das neue Schulgesetz vorschreibt.

Bekanntlich soll die zusätzliche Klassenstufe an der Hauptschule eine stärkere Verzahnung mit der Berufsfachschule bringen. Als neues Unterrichtsfach kommen in den künftigen achten und neunten Klassen die Wahlpflichtfächer "Gesundheit und Soziales", "Natur und Technik" sowie "Wirtschaft und Informationstechnik" hinzu. Am Ende der zehnten Klasse steht - wie bei den herkömmlichen Werkrealschulen auch - eine Abschlussprüfung.

Der damit erlangte mittlere Bildungsabschluss hat allgemein bildende und berufliche Elemente, der den Regelanschluss in ein Ausbildungsverhältnis ermöglicht.

Darüber hinaus besteht mit dem neuen Werkrealschultyp die Option, das zweite Jahr der zweijährigen Berufsfachschule zu besuchen. Die Absolventen der Werkrealschule sollen nach den Vorgaben des Landtags auch in ein berufliches Gymnasium oder in das Berufskolleg I überwechseln können. In Bad Rappenau wird der neue Schultyp nach dem jetzigen Beschluss des Gemeinderats zum Schuljahresbeginn 2010/11 eingerichtet.

Während Bernd Hoffmann (FDP/FW) wünschte, dass mit der neuen Werkrealschule eine bessere Förderung der Hauptschüler erfolgt, sah Willi Freymeyer mit der Einführung der Werkrealschüler in Bad Rappenau eine Stärkung der Hauptschule. Allerdings verberge sich hier keine wesentliche Neuerung. Auch hegte er die Befürchtung, dass man mit dieser Lösung "zum Totengräber der kleinen einzügigen Hauptschulen" wird, was seiner Ansicht nach zu einer "Entschulung" des ländlichen Raums mit gravierenden Folgen für die betroffenen Gemeinden führe.

Gleichzeitig warnte Freymeyer vor Euphorie: "Wir sehen in diesem neuen Schultyp keine neue Chance". Für "unglücklich" hielt Klaus Ries-Müller die Namensgebung des "neuen" Schultyps, zumal es Werkrealschulen mit einem anderen Konzept bislang schon gab. Unter dem Deckmantel Werkrealschule sah Ulrich Schneider (GAL) eine klare Mogelpackung der Landesregierung, "das Festhalten an dem Schulsystem ist generell falsch", meinte er.


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