Von Werner Popanda Eppelheim. AC/DC "live on stage" für gerade einmal eine Handvoll Euro? Und "Deep Purple", "Motörhead" und "Van Halen" erleichtern jeweils den Geldbeutel des Rockfans ebenfalls nur um einen Fünfer? Das geht nicht, das gibt es nicht, das kann doch gar nicht sein? Aber ja doch, allerdings vorausgesetzt, dass man sich mit vier sogenannten Cover-Bands zufrieden gibt, die diesen "Giants of Rock History" ihre Referenz erweisen. Genau dies war der Fall bei der nunmehr zehnten Auflage des "X-Mas Rockfestivals", bei dem in der Rhein-Neckar-Halle folgendes Bandquartett zu sehen und vor allem zu hören war: "Bastardz (Tribute to Motörhead)", "Cheap Purple (As deep as purple)", "5150 (The Van Halen Tribut Band)" und "Dirty Deeds (High Voltage Rock'n'Roll)". Wer bei diesem Bandmeeting dabei sein wollte, musste an der Abendkasse 20 Euro löhnen. Aber lohnt sich eine solche Ausgabe wirklich? Sind die Bands auch gut genug, um die Originale quasi "auferstehen" zu lassen? Wird man nicht gnadenlos mit musikalischem Müll vollgedröhnt von Leuten, die glauben, aber wirklich nur glauben, ihr Instrument oder ihre Stimme zu beherrschen? Taugt die Verstärkertechnik etwas, ist die Lightshow wenigstens halbwegs in Ordnung? Lauter Fragen, auf die es nur eine Antwort gibt. Nämlich die, dass dieses "X-Mas Rockfestival" wohl mit das faszinierendste Festival war, das je über eine Bühne in der Region gegangen ist. Denn erstens beherrschten die Musiker ihre Instrumente und die Sänger ihre Stimmen. Und zwar so gut, dass die Songs von "Ace of Spades" (Motörhead) bis "When a blind man cries" (Ritchie Blackmore) nicht einfach Note für Note nachgespielt, sondern mit neuem Leben erfüllt wurden. Zweitens war die Akustik schlicht super, die Lichteffekte ebenso. Hier waren, dies wurde schon nach wenigen Minuten deutlich, keine Amateure am Werke, sondern Profis, die genau wissen, was der zahlende Gast erwartet. Und dies gilt auch für das ganze Drumherum, beginnend mit Ein- und Auslass bis hin zum flotten Ausschank. Doch weshalb strömen eigentlich fast 3000 Rockfans zu einem Konzert, in dem nur die "Kopien" der Rockgiganten ihre Visitenkarte hinterlassen? Das könnte auch mit den aktuellen Eintrittspreisen für die Konzerte der Letztgenannten zusammenhängen. Denn nicht nur die Rolling Stones haben nach 2002 die D-Mark auf dem Ticket durch den Euro ersetzt.
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